» Börse Zürich







Die Zürcher Börse


Die Geschichte der Zürcher Börse

Zur Zeit der Gründung der Zürcher Effektenbörse war Zürich noch eine Stadt von etwas über 70'000 Einwohnern, die schon damals im Rufe standen, eher konservative, jedoch aufgeschlossene Geschäftsleute zu sein. Dank der Industrie- und Handelsfirmen, die in Stadt und Region Zürich angesiedelt waren, sowie nicht zuletzt als Folge der zentralen Lage Zürichs in der Schweiz entwickelte sich unsere Stadt mit ihren Banken, Versicherungen und Treuhandgesellschaften im Laufe der Jahrzehnte immer mehr zum führenden schweizerischen Finanzplatz. In jüngerer Zeit trugen dann auch die stürmische Entwicklung des Luftverkehrs und der grosszügige Ausbau unseres Flughafens zur wirtschaftlichen und turistischen Drehscheibe im Herzen Europas dazu bei, dass Zürich von Jahr zu Jahr an internationaler Bedeutung gewann und dass die Zürcher Börse mit ihrer breiten Angebots- und Anlagepalette, und zwar auch an ausländischen Obligationen und Aktien, zu den wichtigsten Börsenplätzen Europas geworden ist.

Die Zürcher Börse selber verdankte ihre Entstehung vor allem dem Ansteigen des Kapitalbedarfs, wie er sich im Gefolge der industriellen Revolution in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in aussergewöhnlichem Ausmass bemerkbar machte. Die Erfindung der Dampfmaschine und die alsdann einsetzende Industrialisierung, die zunehmende Nutzung der Wasserkräfte sowie ein forcierter Ausbau des Eisenbahnnetzes stellten an den Kapitalmarkt Ansprüche, die aus bisherigen Quellen und auf bisher beschrittenen Wegen, z.B. der Familiengesellschaft, nicht mehr gedeckt werden konnten. Man war daher darauf angewiesen, die benötigten Geldmittel bei einem wesentlich breiteren Publikum zu beschaffen. Voraussetzung hierfür war allerdings, dass dieses Publikum seine investierten Mittel bei Bedarf wieder realisieren konnte: Das Entstehen, Funktionieren und Aufrechterhalten eines hierfür bestimmten regelmässigen Marktes, einer Börse.

Die entsprechende Organisation bildete sich in Zürich allmählich aus der ehemaligen Sensalenordnung des 17. Jahrhunderts heraus. Erst nach 1850 entwickelte sich ein freier Handel von Obligationen und Aktien, der sich im Laufe der Jahrzehnte rasch intensivierte. Der Uebergang von der Sensalenordnung zur modernen Börsenorganisation war fliessend. Auf Grund umfassender historischer Studien kann das Gründungsjahr des Zürcher Ringhandels auf das Jahr 1877 belegt werden.

Einen wichtigen Markstein bildeten die Gründung eines eigentlichen, selbständigen Effektenbörsenvereins und die Schaffung zeitgemässer Statuten durch die in Zürich tätigen Sensale. Die ersten gedruckten Statuten datieren vom 15. Dezember 1876.
Wenige Jahre später wurde der gesamte Wertpapierhandel durch ein erstes zürcherisches Wertpapiergesetz geregelt. Die auf dieser Grundlage sich anbahnende Zusammenarbeit zwischen dem für die Abwicklung des Börsenhandels verantwortlichen Effektenbörsenverein und der die Ueberwachung besorgenden Kantonalen Volkswirtschaftsdirektion darf mit Fug und Recht als Musterbeispiel einer sinnvollen Kooperation zwischen Staat und Privatwirtschaft bezeichnet werden.

Quelle: "Die Geschichte der Zürcher Börse" von H.R. Schmid & R.T. Meier, Auszüge aus dem Vorwort von Dr. H.R. Rahn

 

Links aus dem Archiv:

09.02.1962  SF: Zytglogge - Ein Bericht aus der Zürcher Börse

23.05.2000  SF: Die Schweizer Börse plant den Schritt nach Europa: SWX-Tradepoint

30.06.2008  SF: 20 Jahre SMI

23.04.2012  SF: Börsenhandel durch Computer statt Menschen


Artikel: 

08.06.2000  Weltwoche: Als ein Ringhändler noch ein "Sibesiech" war